Intralogistik-Automation
Marktentwicklung und Perspektiven der Intralogistik-Automation

Intralogistik³

„Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen“, meinte einst Mark Twain. Vor dem Hintergrund der Automation gilt dies sicher auch für die Intralogistik. Gewissheit herrscht allenfalls darüber, dass auf die Branche enorme Veränderungen zurollen. Trotz einiger pessimistischer Stimmen wird dem beschäftigten Personal aber nicht alle Arbeit abgenommen, sie wird nur neu definiert werden.

Der von Fachkräftemangel sowie weltweit überbordenden und immer kleinteiliger werdenden Warenströmen getriebene Markt für Intralogistik wächst so rasant, dass die Automation nur eine logische Folge ist und die Marktteilnehmer gar nicht mehr darauf verzichten können. Allein schon aufgrund des akuten Personalmangels wären viele Transportaufgaben ohne den Einsatz fahrerloser Transportfahrzeuge heute gar nicht mehr zu bewältigen.

Beweisführend dafür steht die Nachfrage nach autonomen Fahrzeugen, die sich schon seit Längerem jährlich verdoppelt. Roland Berger prophezeit aufgrund dieser Entwicklung Produktionssteigerungen von 20 bis 40 % und sieht den Einstiegspreis für fahrerlose Transportsysteme bis 2020 unter die Grenze von 100.000 Euro fallen.

Der Weg in die sogenannte Social Networked Logistic (Logistic 4.0) ist bereits weitgehend vorgezeichnet. Die Menschen werden in Zukunft direkt mit Maschinen zusammenarbeiten und immer mehr der bekannten Produkthersteller werden zwangsläufig Systemlösungsanbieter.

Automatisiertes Fahrzeug von Linde

Automatisiertes Fahrzeug von Linde Material Handling

Linde Material Handling ist auf diesem Weg schon sehr weit vorangekommen und besetzt eine führende Rolle in diesem boomenden Segment. Die unter dem Label Linde robotics angebotene Innovation ist weder auf Reflektoren noch Induktionskabel noch Magnete angewiesen. Die autonomen Fahrzeuge orientieren sich mit ihrer unsichtbaren, lasergesteuerten Geonavigation völlig selbstständig in den Lagerhallen. Und als Nächstes ersetzen Roboter dank des Einsatzes von künstlicher Intelligenz die manuelle Kommissionierung, stellen auf dem Fahrzeug befestigte „Automated Robotic Manipulator“ (ARM) selbstständig gemischte Paletten in Distributionszentren zusammen und nehmen ohne menschliches Zutun schwere Beutel und Kartons auf.

Mit dem Einzug solcher Innovationen in die Intralogistik geht eine deutliche Veränderung der Berufsbilder in der Branche einher. Die traditionelle Handarbeit wird mehr und mehr zur anspruchsvollen Kopfarbeit. Roboter-Koordinatoren planen und überwachen Maschineneinsätze, Datenspezialisten analysieren und optimieren komplexe Arbeits- und Produktionsabläufe. Gabelstaplerfahrer dirigieren zukünftig autonom fahrende Geräte wegeoptimiert durch die Lager- und Produktionshallen und bestimmte Prozesse wie z. B. die Ein- und Auslagerung werden dank intelligenter Assistenzsysteme zukünftig völlig automatisch erfolgen. Die künstliche Intelligenz ist unverkennbar auf dem Vormarsch. Sie wird dem Menschen letztlich jedoch keine Konkurrenz machen, sondern ihn lediglich unterstützen bzw. für anspruchsvollere Tätigkeiten privilegieren.

INTRALOGISTIK³ - Der Blog

Frank Heptner ist Senior Director Consultancy and Projects Intralogistics Solutions bei Linde Material Handling. Der studierte Witschaftsingenieur für Maschinenbau entwickelte sich im Laufe seiner über 15-jährigen Karriere zum Spezialisten in Sachen Automatic Warehouse Solutions.

Bei Linde verantwortet der gebürtige Deutsche, der in Frankreich aufwuchs, das Beratungsgeschäft für die Intralogistik und das Projektmanagement für Intralogistiklösungen. In seinem Blog blickt er auf die aktuellen Trends und Entwicklungen in der Branche.